FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Pferdetraining 

Im folgenden findest du einige Fragen oder Probleme, die dich eventuell betreffen könnten. In den Antworten kannst du kurz und knapp nachlesen, wie dem im Unterricht begegnet wird.

Deine Frage ist nicht dabei? Dann kontaktiere mich gern unverbindlich.

FAQ zum Pferdetraining in Bruckmühl

Was unterscheidet die klassische Reitkunst von anderen Methoden?

Schaut man sich auf dem Markt um, scheint es jeden Tag eine neue Methode für bekannte Probleme zwischen Pferd und Reiter zu geben. Die klassische Reitkunst hingegen ist ein traditionelles auf den Erfahrungen der sogenannten alten Meister beruhendes tausendfach erprobtes System zur Ausbildung des Pferdes, welches den Fokus auf feine Kommunikation, Balance und die gesunde Gymnastizierung des Pferdes legt. Statt Druck oder schneller Ergebnisse stehen Harmonie, Losgelassenheit und ein langfristig gesundes Reiten im Mittelpunkt. Meiner Meinung nach macht diese Ausbildung des Pferdes viele neue zum Teil auch zweifelhafte Methoden überflüssig. Zudem gibt es einige Ausbildungsysteme, die insbesondere auf den Respekt und Gehorsam und die schnelle Reaktion des Pferdes zielen, dabei aber den behutsamen körperlichen Aufbau vergessen, wodurch ausschließlich so trainierte Pferde häufiger Rücken- und Beinprobleme bekommen.

Was bedeutet "Connection"?

Den Begriff "Connection" habe ich als passendes Leitbild für mein Pferdetraining gewählt. Der Begriff wird häufig beim Paartanzen verwendet, wenn sich aus der gemeinsamen kunstvollen Bewegung zweier Lebewesen eine einzigartige Verbindung entwickelt, die im Hier und Jetzt zu einem absoluten Flow-Erlebnis führt. Wenn beide Partner auf die kleinste Bewegung des Anderen reagieren und sich zusammen in jede Richtung energetisch, ausbalanciert und taktvoll bewegen. Genau das ist es, was das Reiten zur Kunst werden lässt. Wer dieses Gefühl einmal erlebt hat, wird nie wieder anders reiten wollen.

Wo unterrichtest du?

Ich unterrichte in Oberbayern südöstlich von München. Neben Bruckmühl und Bad Aibling biete ich feinfühliges Pferdetraining auch in folgenden Orten und Umgebung an: Rosenheim, Irschenberg, Feldkirchen-Westerham, Aying, Graß, Sauerlach, Otterfing, Holzkirchen, Miesbach, Rott am Inn, Kolbermoor, Bad Feilnbach.

Wie läuft die erste Reitstunde ab?

Beim ersten Kennenlernen geht es natürlich erst einmal darum zu erfahren, welche Ziele du mit deinem Pferd hast und wo ihr gerade steht. Sinnvoll ist es zudem, das Pferd immer einmal ohne Sattel im Stand und in der Bewegung anzuschauen, um die Bemuskelung, das Bewegungsmuster und die Schiefe besser einschätzen zu können. Dann analysieren wir, wo eventuell Verfeinerungen der Basishilfen nötig sind und wo wir fortgeschrittenere Übungen erarbeiten können. Dabei werden neue Übungen mit dem Pferd üblicherweise erst in der Handarbeit vom Boden aus eingeübt und danach unter dem Reiter.

Ich bin Reitanfänger, kann ich trotzdem bei dir Unterricht nehmen?

Ja natürlich, wenn du ein eigenes oder fremdes Pferd zur Verfügung hast. Es gibt nichts besseres als gleich von Anfang an die richtige Basis zu erlernen. Du ersparst dir und deinem Pferd viel Frustration und eventuelle gesundheitliche Probleme durch ungünstiges Training.

Ich kann schon Schulterherein und Travers, was kann ich da noch lernen?

Das ist ja toll, dass du schon so viel mit deinem Pferd erarbeitet hast. Gerne schauen wir uns zusammen an, ob dein Pferd die Übungen auch in der richtigen Haltung mit angehobener Halsbasis und richtiger Wirbelsäulenrotation durchführen kann, damit sie ihm auch nützen und nicht schaden. Wenn alles klappt, geht es weiter, zum Beispiel mit Renvers, der Traversale und nachfolgenden Übungen, die deinem Pferd zu einer deutlich verbesserten Selbsthaltung verhelfen, sodass sich am Ende die Rittigkeit auch im Gelände oder auf dem einfachen Zirkel enorm verbessern wird.

Muss ich für deinen Unterricht ein Barockpferd haben?

Nein natürlich nicht. Du brauchst weder eine barocke Pferderasse noch ein barockes Kostüm. Die klassische Reitweise ist rasseunabhängig eine feine Ausbildungsmethode, welche die Rittigkeit und Gesundheit eines jeden Pferdes vom Pony bis zum Vollblut verbessern kann.

Ich bin bloß Freizeitreiter.

Perfekt, dann hast du jede Menge Zeit um mit Spaß mit deinem Pferd zu einem guten Team heranzuwachsen. Die altklassische Reitweise ist perfekt geeignet, um dein Freizeitpferd zu einem leichtrittigen, sicheren und verlässlichen Partner auszubilden. Die entsprechenden Dressurübungen sind kein Selbstzweck, sondern helfen deinem Pferd seinen Brustkorb anzuheben, damit es dich gesund tragen kann, ohne Schaden zu erleiden, auch im Gelände.

Unterrichtest du auch Turnierreiter?

Ein klassisch ausgebildetes Pferd wird kein Turnier gewinnen. Die moderne Turnierreiterei fokussiert auf schnelle Erfolge und spektakuläre Bewegungen. Dies schadet häufig dem Pferd psychisch und physisch. Gesunde Reiterei wird von Richtern selten gut bewertet. Ein klassisch ausgebildetes Pferd hingegen bewegt sich ausbalanciert aber unspektakulär, wird ohne Druck über mehr Zeit schonend ausgebildet und kann häufig auch im hohen Alter noch mit Freude in allen Gangarten und ohne Krafteinsatz geritten werden. Daher unterrichte ich normalerweise keine Turnierreiter. Die Ziele und Wege der jeweiligen Reitstile unterscheiden sich zu stark. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Eigentlich gehe ich am liebsten ins Gelände.

Perfekt, das tun viele Pferde vermutlich auch. Doch auch für ein Geländepferd ist es wichtig, gesunde Bewegungsmuster zu erlernen, um einen Reiter tragen zu können. Zumindest, wenn du möglichst lange etwas von ihm haben willst. Das Pferd hat kein Schlüsselbein und der Brustkorb, wo du drauf sitzt, wird nur von Muskeln gehalten. Wer sein Pferd reiten möchte, sollte ihm beibringen, diese Muskeln richtig zu benutzen. Es ist nicht nur fair dem Lebewesen Pferd gegenüber, es verringert auch deine Tierarztrechnungen aufgrund von Lahmheiten und anderen Überlastungserscheinungen. Und es macht richtig Spaß, wenn dein Pferd auch im Gelände anfängt sich selbst zu tragen und dir ein völlig neues Reitgefühl gibt. Zudem ist ein Pferd, was sich formen lässt, deutlich sicherer, egal ob es um Schrecksitationen oder Trittsicherheit geht.

Was soll mir Bodenarbeit bringen?

Das Glück der Pferde ist der Reiter auf der Erde. Du hast viel mehr Möglichkeiten, deinem Pferd beizubringen, was du von ihm erwartest, bevor du es zusätzlich mit dem Reitergewicht belastest. Das gilt einerseits für Respekt, Vertrauen, Sicherheit und Grunderziehung und auf der anderen Seite auch für den körperlichen Aufbau. Zudem sollte ein Pferd nicht jeden Tag geritten werden, da die Faszien in der Sattellage eine gewisse Zeit brauchen, sich von der Gewichtsbelastung zu erholen, damit sie dauerhaft schön elastisch bleiben.

Ich habe Angst beim Reiten.

Das haben viele, aber niemand redet darüber. Mit mir kannst du darüber reden. Ich bin Diplom-Psychologin mit Approbation in kognitiver Verhaltenstherapie. Das ist eine der am besten untersuchtesten Methoden zur Verringerung von Ängsten jeglicher Art. Gerne erarbeiten wir zusammen ein Stufenprogramm, mit dem du deine Ängste überwinden und dir immer mehr zutrauen kannst. Gleichzeitig bilden wir dein Pferd zu einem sicheren Partner aus.

Mein Pferd ist nicht reitbar, was bringt mir dann der Unterricht?

Auch wenn dein Pferd momentan oder dauerhaft nicht reitbar ist, kannst du ihm beispielsweise mit der klassischen Handarbeit zu einer Stärkung seines Körpers und damit einem besseren Leben verhelfen. Krafttraining hilft den Muskeln, dem Rücken, den Gelenken, den Sehnen und Bändern und der richtige Aufbau von Tragkraft geht sogar so weit, dass Stoffwechselerkrankungen, Atmung und Verdauung (Kolikrisiko) positiv beeinflusst werden. Zudem ist es eine willkommene Abwechslung und das eine oder andere Pferd ist dann am Ende doch wieder reitbar. Daher sind die Basisübungen der klassischen Reitweise auch ein ideales Reha-Training.

Mein Pferd ist schon alt.

Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um es so zu unterstützen, dass es durch die richtigen Übungen lange gesund und tragfähig bleibt. Die klassische Dressur ist kein Selbstzweck, sondern kann auch als Physiotherapie für das Pferd betrachtet werden. Es ist nie zu spät, mit einem guten auf die jeweilige Situation angepassten Training anzufangen.

Mein Pferd hat Kissing Spines oder andere Rückenprobleme.

Dies sind die Zivilisationserkrankungen der heutigen Reitpferde. Die klassische Reitweise ist wie Physiotherapie für dein Pferd, lehrt es gesunde Bewegungsmuster und baut es schrittweise so auf, dass Rückenschmerzen der Vergangenheit angehören. Auch wenn du aktuell nicht reiten kannst, kannst du deinem Pferd vom Boden bereits mit den richtigen und vor allem richtig ausgeführten Übungen helfen.

Mein Pferd geht nicht taktklar.

Vermutlich hast du bereits den Tierarzt und anderweitige Therapeuten hinzugezogen. Immer wieder kann keine eindeutige Ursache gefunden werden. Es hat sich gezeigt, dass bei einigen Pferden die natürliche Schiefe und damit verbundene Schwächen sowie verspannte Strukturen oder manchmal auch nur mentale Schonhaltungen im Sinne eines Schmerzgedächtnis dazu führen, dass sie nicht ganz gleichmäßig laufen. Mit der klassischen Reitkunst kannst du diese Probleme durch den guten Muskelaufbau, die Bearbeitung der Schiefe und der richtigen Rotationen der Wirbelsäule schrittweise verbessern oder sogar ganz beheben.

Mein Pferd hat Probleme mit den Sehnen, Bändern oder Gelenken.

Eine weitere Zivilisationskrankheit des heutigen Reitpferdes. Gutes Training schützt die Pferdebeine besser als Gamaschen. Ein Sehnenschaden entsteht häufig langfristig auf dem schwächsten Bein, wenn dieses immer wieder falsch belastet wird. Gern analysieren wir zusammen, ob eventuell ungünstige Bewegungsmuster oder mangelhafter Muskelaufbau deines Pferdes die Beinprobleme mit verursacht haben oder aufrecht erhalten.

Mein Pferd ist noch roh, kann ich es selbst anreiten?

Das kommt drauf an. Mit regelmäßigem Training, guter Körperkoordination und viel Herzblut kannst du deinem durchschnittlichen Youngster auch selbst die Dinge beibringen, die er am Boden, unter dem Sattel und im Umgang braucht. Selbst hast du am meisten Zeit und kannst deinem Pferd am ehesten gerecht werden, ohne es zu überfordern. Gern helfe ich dir dabei.

Ich habe kein eigenes Pferd.

Du kannst natürlich auch mit deiner Reitbeteiligung Unterricht nehmen, wenn du den Besitzer des Pferdes von den Vorzügen der klassischen Reitweise überzeugen kannst. Schulpferde besitze ich leider nicht.

Mein Pferd ist im Umgang schwierig, an Reiten brauche ich gar nicht zu denken.

Vermutlich hat dein Pferd einen Grund für sein Verhalten. Gemeinsam versuchen wir diesen zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Ein schrittweise und intelligent ausgebildetes Pferd steht still beim Satteln und beim Tierarzt, nimmt das Gebiss freiwillig ins Maul, parkt an der Aufstieghilfe ein und fragt vor jedem Hänger, ob es nicht eventuell eintreten kann, um sich eine Belohnung zu verdienen. Gerne schauen wir uns deine konkreten Probleme an und entwickeln einen Trainingsplan.

Wie stehst du zur Arbeit mit Leckerlies?

Leckerlies können dein größter Freund sein oder dein größter Feind, je nachdem, wie sie angewendet werden. Gern bringe ich dir mehr über Lernpsychologie, positive und negative Verstärkung bei und dann kannst du für dich selbst entscheiden, mit welcher Art von Belohnungen zu arbeiten möchtest.

Ich habe schon so viel versucht, und trotzdem keine Fortschritte gemacht.

Dann geht es dir wie mir früher. Mein Pferd bewegte sich jahrelang wie ein besoffenes, herumstolperndes, eingefrorenes Stück Holz. Ich dachte auch früher, ich würde klassisch reiten, da ich immer ohne Hilfszügel und mit viel Rücksicht und feinen Hilfen sowie Seitengängen zum Muskelaufbau agiert habe. Trotz vieler Trainer und Bücher und modernster Trainingsmethoden von tensegral und Faszientraining über Horsemanship, Kinetics, Schiefentherapie etc. bis hin zu unzähligen Osteopathen gab es keine Verbesserung. Der Durchbruch kam in dem Moment, in dem ich endlich strukturiert gelernt habe, mein Pferd in die Versammlung zu führen, und die Motivation und Unterstützung gefunden habe, in guten wie in schlechten Zeiten weiter als Hauptziel daran zu arbeiten. Das kannst du auch schaffen.

Ich mag keinen Unterricht, weil mir der Druck zu viel Stress macht.

Das kann ich gut verstehen. Leistungsdruck blockiert und ist im Training fehl am Platz. Unterricht soll Spaß machen und den Weg betonen und nicht das schnelle Endergebnis. Unter Stress können weder Mensch noch Pferd lernen. Jeder möchte nur das Beste für sein Pferd, daher ist mir ein feinfühliger und respektvoller Umgang sehr wichtig. Es gibt aber auch Unterricht, der immer nur beschönigt und mit dem man nicht voran kommt. Es ist nicht sinnvoll, immer nur das Pferd zu korrigieren. Bei mir verbesserst du Schritt für Schritt dein Timing, deine Körperkoordination und deinen Pferdeverstand.

Bietest du auch Online-Unterricht oder Video-Coaching an?

Ja es ist möglich mithilfe von Videos spezielle Problemstellungen genauer zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Sprich mich dafür gerne an. Videos haben den großen Vorteil, dass man seine Eigenwahrnehmung (die oft von der Realität abweicht) und sein Körpergefühl sehr gut korrigieren kann.

Kann ich auch gebisslos reiten?

Für manche Pferde ist gebisslose Reiterei eine echte Alternative. Besonders wenn es um schlechte Erfahrungen oder Zahn- und Kieferprobleme geht. Es ist aber nicht per se pferdefreundlicher nur ohne Gebiss zu reiten. Das Gebiss ist richtig angewendet eine optimale Möglichkeit, dein Pferd durch die Anregung der Kautätigkeit und Lockerung des Kiefers von Verspannungen zu befreien und ihm insbesondere bei starken körperlichen Problemen zu helfen, Losgelassenheit zu erlangen und seinen Körper richtig einzusetzen. Einmal das richtige Bewegungsmuster gelernt, kann man das natürlich wieder gebisslos überprüfen.

Ich habe gehört Seitengänge sind schädlich für die Gelenke.

Ja und nein. In überhöhter Geschwindigkeit, mit abgesenkter oder verschobener Halsbasis, flascher Rotation in der Wirbelsäule und spektakulärem Übertreten sind Seitengänge auf Dauer in jedem Fall eine starke Belastung bzw. Überlastung für das Pferd. In dem Moment, wo Seitengänge in der korrekten Haltung, Geschwindigkeit und Dauer richtig ausgeführt werden, sind sie eine hervorragende Gymnastik. So können schonend Muskeln aufgebaut und körperliche Probleme und Schiefen therapiert werden. Viele Pferde werden durch korrekt ausgeführte Seitengänge überhaupt erst dauerhaft in allen Gangarten gesund, ausbalanciert und fein reitbar.

Was denkst du über die Dehnungshaltung?

Das kommt drauf an. Wie genau, wie lange, wie tief, wozu. Über die Dehnungshaltung bzw. das Vorwärts-Abwärts wurden unzählige emotional aufgeladene Diskussionen geführt. Ich sehe die Dehnungshaltung wie viele klassische Ausbilder eher als kurzfristige Pausenhaltung zur Prüfung der Losgelassenheit. Dabei sollte sie nicht zu tief ausgeführt werden und nur solange die Balance erhalten bleibt, manchmal spricht man auch eher von einem "vorwärts-aufwärts" anstelle von "vorwärts-abwärts". Es gibt viele Pferde, die insbesondere am Anfang der Ausbildung so unausbalanciert sind, dass die Dehnungshaltung eher schadet als nützt, weswegen die Pausen im Stand gemacht werden. Ein stundenlanges Herumreiten mit tiefem Kopf möglicherweise noch unterhalb des Buggelenkes und in überhöhtem Tempo ist meiner Erfahrung nach eine Ursache für den schnellen Verschleiß vieler Reitpferde.